Recruiting-Mythos: Wir müssen jeden Recruiting-Trend mitmachen
Jedes Jahr erscheinen neue Recruiting-Trends.
Mal ist es Social Recruiting, mal KI, mal Employer Branding, mal die nächste Plattform, die angeblich alles verändern wird.
Viele Unternehmen fragen sich deshalb:
Müssen wir da jetzt auch mitmachen?
Meine Antwort lautet:
Nicht unbedingt.
Denn oft wird über Trends gesprochen, obwohl die eigentliche Herausforderung ganz woanders liegt.
Die Arbeitswelt verändert sich ständig
Es steht außer Frage:
Die Arbeitswelt hat sich verändert.
Neue Berufe entstehen.
Andere verschwinden.
Digitale Technologien verändern Prozesse.
Kommunikationswege entwickeln sich ständig weiter.
Was früher über Zeitungsanzeigen, Messen oder Unternehmensbroschüren lief, findet heute über Karriereseiten, Social Media, Jobportale oder Videos statt.
Die Werkzeuge haben sich verändert.
Die Kanäle haben sich verändert.
Die Geschwindigkeit hat sich verändert.
Menschen stellen sich noch immer dieselben Fragen
Trotz aller Veränderungen begegnen mir im Recruiting seit vielen Jahren dieselben grundlegenden Fragen.
Menschen möchten wissen:
-
Passt die Aufgabe zu mir?
-
Passe ich ins Team?
-
Fühle ich mich in diesem Umfeld wohl?
-
Kann ich mich entwickeln?
-
Macht die Arbeit für mich Sinn?
Diese Fragen sind nicht neu.
Sie beschäftigen Menschen unabhängig davon, ob sie ihre Bewerbung per Post verschicken oder per Smartphone absenden.
Recruiting beginnt nicht mit Trends
Viele Unternehmen investieren viel Zeit in die Frage, welchen Trend sie als Nächstes aufgreifen sollten.
Dabei wäre eine andere Frage oft wichtiger:
Wofür stehen wir eigentlich?
Wer als Arbeitgeber nicht klar benennen kann,
-
wie Zusammenarbeit funktioniert,
-
welche Werte gelebt werden,
-
welche Menschen ins Team passen,
-
welche Erwartungen bestehen,
wird auch mit den modernsten Recruiting-Kanälen keine nachhaltige Wirkung erzielen.
Ein neuer Kanal ersetzt keine Klarheit.
Ein neuer Trend ersetzt keine Arbeitgeberidentität.
Die richtigen Kanäle sind wichtig
Das bedeutet nicht, dass Kanäle unwichtig sind.
Natürlich müssen Unternehmen dort sichtbar sein, wo sich ihre Zielgruppe informiert.
Die entscheidende Reihenfolge lautet jedoch:
-
Verstehen, wer man als Arbeitgeber ist.
-
Verstehen, wen man sucht.
-
Die passenden Kanäle auswählen.
-
Die Botschaft sichtbar machen.
Nicht umgekehrt.
Fazit: Menschen suchen keine Trends
Recruiting-Trends kommen und gehen.
Neue Plattformen entstehen.
Technologien entwickeln sich weiter.
Doch Menschen suchen weiterhin nach einem Arbeitsplatz, der zu ihnen passt.
Deshalb beginnt erfolgreiches Recruiting nicht mit dem nächsten Hype.
Es beginnt mit Klarheit darüber, wer ihr seid, wen ihr sucht und warum Menschen gerne mit euch arbeiten sollten.
Die WerteRecruiterin meint
Gute Arbeitgeber müssen nicht jeden Recruiting-Trend mitmachen.
Sie müssen verstanden werden.
Wer seine Kultur, seine Werte und seine Zielgruppe kennt, hat die beste Grundlage für nachhaltiges Recruiting – unabhängig davon, welcher Trend gerade diskutiert wird.

